Esther Ravioli liebt das Wandern mit den richtigen Schuhen.

Esther Ravaioli, Herbstzeit ist Wanderzeit. Sie stammen aus dem Wanderparadies Engadin. Was fasziniert Sie am Wandern?

Am Wandern gefällt mir das Draussen-sein und die körperliche Betätigung. Man kann wunderbar den Kopf lüften und sich von anstrengenden Zeiten erholen. Gerade im Herbst finde ich die Farben der Natur besonders schön und stimmungsvoll.

 

Wie haben sich die Wanderschuhe über die Jahre verändert?

Die Wanderschuhe sind frecher geworden, wie wir Schuhverrückte sagen würden. Es gibt viel mehr Farben und Formen. Aber der wohl grösste Unterschied liegt in den technischen Innovationen, die in modernen Wanderschuhen stecken. Die Materialien am Schuh sind viel leichter geworden. Das verbessert den Tragekomfort massiv. Auch der Sohlenaufbau hat sich verändert. Heutzutage gibt es für jeden Fuss den passenden Wanderschuh. Mit ausgeklügelten Schaftkonstruktionen und Gore-Tex wird das Fussklima im Schuh verbessert. Das sorgt dafür, dass der Wanderschuh mit der richtigen Pflege wirklich wasserdicht bleibt. Wir empfehlen daher die Schuhe regelmässig zu imprägnieren um die Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.

 

Worauf sollte man achten, wenn man sich einen neuen Wanderschuh zulegt?

Als erstes versuchen wir mit unserer Beratung herauszufinden, was das konkrete Bedürfnis des Kunden ist: Trekking, Alpin wandern, Backpacking oder vielleicht auch Walking. Es muss klar sein, auf welchem Terrain man sich bewegen möchte, denn die unterschiedlichen Gelände stellen verschiedene Anforderungen an einen Schuh. Nachdem die Bedürfnisse abgeklärt sind, geht es an die Modellauswahl. Dabei ist es wichtig zu wissen: Trägt jemand den falschen oder unpassenden Wanderschuh, kann man sich im Gelände eher verletzen, weil der Schuh nicht zum Fuss oder zur Gehbewegung passt. Dazu kommt, dass nicht nur Grösse und Passform des Schuhs eine Rolle spielen, sondern auch was für Socken jemand trägt.

 

Was empfehlen Sie Personen, die schnell Blasen an den Füssen bekommen?

Meist hat es damit zu tun, dass die Personen Socken tragen, die nicht fürs Wandern geeignet sind. Dies kann zu Blasen führen. Baumwollsocken reichen beim Wandern nicht aus. Sie können die Feuchtigkeit nicht genügend aufsaugen. Dadurch bleiben die Füsse nass und durch die Reibung entstehen dann unangenehme Blasen. Bei Wandersocken ist es wichtig, dass sie einen hohen Synthetik-Anteil, gemischt mit Wolle oder Baumwolle, aufweisen. Wer trockene Füsse hat, bekommt in aller Regel keine Blasen. Sollte es wider Erwarten doch passieren, helfen Silkspray, Puder oder Seidensöckchen.

 

Wann braucht es einen schafthohen Wanderschuh und wann Trekkingschuhe?

Schafthohe Wanderschuhe empfehlen wir bei Tagestouren. Sie bieten optimalen Halt über Stock und Stein und schützen die Gelenke am besten. Für einen längeren Spaziergang bei Mutter Natur bieten sich tiefere Trekkingschuhe an. Mit unserer Beratung versuchen wir herauszufinden, welche Art Gelände vorwiegend begangen wird. Es ist der Indikator für den passenden Schuh.

 

Was ist schlimmer: Kalte oder nasse Füsse?

Beides ist sehr unangenehm. Dagegen hilft nur ein passender Schuh mit den richtigen Socken. Wichtig ist aber auch die optimale Pflege der Schuhe. Damit der Schutz des atmungsaktiven Gore-Tex-Materials erhalten bleibt, müssen die Schuhe unbedingt imprägniert werden. Dann bleibt Nässe die ganze Saison draussen. 

Kalte Füsse bekommt man meist, wenn das Schuhklima nicht stimmt. Dies ist zum Beispiel im Winter der Fall, wenn man in Winterschuhen Baumwollsocken trägt. Zuerst ist es angenehm warm – vielleicht schwitzt man sogar leicht. Mit der Zeit kühlen die Füsse durch die Feuchtigkeit aus und bleiben in der Regel kalt. Darum braucht es richtig gute Schuhberatung. Der Schuh oder die Socken alleine machen noch keine warmen und trockenen Füsse.

 

Wie sind Sie selbst auf Wanderungen ausgerüstet?

Bei den Vorbereitungen zu einer Wanderung überlege ich mir, durch welches Gelände sie mich führt. Dann wähle ich den passenden Schuh und die richtigen Socken aus. Besonders wichtig: die Verpflegung. Auf meinen Wanderungen dürfen Salsiz, Roggenbrot, etwas zum Knabbern und viel Wasser nicht fehlen.

 

Wo führt Sie ihre nächste Wanderung hin?

Am Wochenende wandere ich von St. Gallen St.Fiden ins Galgentobel über Mörschwil nach Steinach am Bodensee. Dabei trage ich einen Trekkingschuh, weil die Strecke über wegsames Gelände führt. Ich bin eben verrückt nach Schuhen und nach Wandern. Darum ist mein Beruf auch meine Berufung.

           

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